Die verlorene Ehre
Der Dokumentarfilm «Die verlorene Ehre – Zwei Schweizer Geiseln in den Händen eines Diktators» rekapituliert die Libyen-Affäre. Ein Film von Hansjörg Zumstein, der die Zusammenhänge verdeutlicht.
Der Dokumentarfilm «Die verlorene Ehre – Zwei Schweizer Geiseln in den Händen eines Diktators» rekapituliert die Libyen-Affäre. Ein Film von Hansjörg Zumstein, der die Zusammenhänge verdeutlicht.
Nichts gegen ansteckende Lebensfreude, Zelebrierung der Völkerverbundenheit, und etwas Afrochic und traditionelle Kulturen. Aber wenn aus Afrochic Afrokitsch wird, wenn westliche Stereotypen nicht hinterfragt und als das «wahre Afrika» verkauft werden – dann kommt mir das vor, als ob man Afrika einfach immer noch nicht Ernst nehmen will. Die Afrikaner sind zwar keine Neger mehr, aber etwas primitiv werden sie immer noch gerne dargestellt, oder manchmal auch als spleenige Teenager, denen man den rechten Weg zeigen muss.
Beispiele gefällig? Hier:
Falls ich weitere finde, werde ich die Liste ergänzen. Hinweise sind willkommen.
Sobald es um den Nahostkonflikt geht, wird es unübersichlich, ideologisch und unversöhnlich. Es wird schwierig, sich eine eigene Meinung zu bilden, die der Sache gerecht wird. Vielleicht unterstützen die folgenden Links dabei:
Daniel Ammann, Autor des Buches «The King of Oil»:
Als ich mit einem Händler über Ethik sprach, zeigte er aufs Handy und sagte: «Ohne Coltan gäbe es keine Handys. Machen wir uns nichts vor: Mit Coltan wird der Bürgerkrieg in Kongo finanziert.» Dann fragte er mich, was die Alternative dazu sei. Kein Handel? Keine Handys? Ich hatte keine Antwort.
Weitere interessante Informationen und Gedanken über Rohstoffhandel, Marc Rich und die Zuger Firma Glencore im Interview von André Marty in dessen Blog.
Wieso interessieren wir uns für gewisse Länder mehr als für andere? Wieso hat uns der Tsunami in Thailand mehr erschüttert als der gleiche Tsunami in Indonesien, obwohl er dort ein Zigfaches an Zerstörung gebracht hat? Wieso scheint uns Prag weiter entfernt als Wien, obwohl ein Blick auf die Karte etwas anderes sagt? Wieso ignoriert unser «Radar» gewisse Länder?
Schlüssige Antworten darauf zu finden, ist nicht einfach. Unsere Kapazität scheint begrenzt zu sein – wir können uns nicht für alles interessieren. Also interessieren wir uns für das, was uns bereits «näher» ist, was wir schon besser kennen.
Sicher ist, dass wir durch unsere (fehlende) Aufmerksamkeit die politischen Geschehnisse in den betreffenden Ländern beeinflussen. Je höher die Aufmerksamkeit, desto grösser der äussere Druck auf die Politiker.
Ich wollte mal wissen, welche Staaten uns überdurchschnittlich interessieren und wo wir quasi «weisse Flecken» auf unserer Landkarte haben. Wer einen Staat in Wikipedia nachschlägt, bekundet damit Interesse an ihm. Ich habe die Zugriffszahlen der ersten acht Monate 2009 zu den Länder-Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia verglichen mit der Grösse (Einwohnerzahl) dieser Staaten. Natürlich ist es so, dass wir sehr grosse Staaten bezogen auf die Einwohnerzahl weniger oft nachschlagen. Dies liegt auch daran, dass wir uns bei grossen Staaten vermehrt auch für Teilstaaten, Gebiete und Städte interessieren und diese direkt nachschlagen. Da ich die Zugriffe auf all diese Orte innerhalb eines Staates nicht zählen konnte, habe ich die Rechnung so angepasst, dass sich sowohl grosse wie kleine Staaten in der Rangliste verteilt haben – indem ich von der Einwohnerzahl die Quadratwurzel gezogen habe. Nur die Zwergstaaten sind dabei ausser Konkurrenz gefallen – aber es ist ja auch so, dass diese verglichen mit ihrer Einwohnerzahl überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit erhalten.
Dies ist also die Rangliste der gemäss den Interessen der deutschsprachigen Wikipediabenutzer am weitesten «entfernten» Staaten: Weiterlesen »
Ein «militärisch angemessener» Luftangriff während eines «Friedenseinsatzes». Hat jemand etwas von toten Kindern gesagt?
Wenn Entwicklungs- und Schwellenländer sich nicht mehr alles diktieren lassen, schliessen die westlichen Staaten untereinander ein Abkommen und schauen dann, dass es mit zwischenstaatlichen Abkommen auf weitere Länder ausgedehnt wird. Das breite zivilgesellschaftliche Netzwerk aus Bürgerrechts-, Entwicklungshilfe- und Bibliotheksverbänden in den westlichen Staaten wird ausgehebelt, indem die Vertragsentwürfe kurzerhand zu Staatsgeheimnissen erklärt werden, weil sie die nationale Sicherheit der USA betreffen würden. Man sagt, man gestalte den Prozess so transparent wie möglich, macht aber exakt das Gegenteil.
So schreiben heute Wirtschaftlobbyverbände Gesetze, die am Schluss jeden von uns persönlich betreffen und unsere Bürgerrechte beschneiden.
Mit dem ACTA-Abkommen ist nicht weniger als eine Radikalisierung der derzeitigen Urheberrechts- und Patentgesetze geplant, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Pflichtlektüre: netzpolitik.org: «ACTA: So transparent wie möglich!?»
Sie ist schon älter, aber gute Geschichtslektionen veralten ja nie. Und man kann sie auch nach einer gewissen Zeit erneut zu Gemüte führen, so wie man einen Kompass hie und da mal wieder nach Norden ausrichten sollte. Mein Alternativprogrammvorschlag zur Arena heute:
1. Akt: Kokain ist eine Trenddroge, auch bei uns. Erfolgreiche Businessleute und Szenis essen Bio und Max Havelaar, um ihr Gewissen ruhigzustellen, und besorgen sich dafür hie und da bedenkenlos ein Briefchen «Schnee».
2. Akt: Unser Staat sieht in den Drogen ein Übel und verbietet sie – ohne jedoch die Kraft aufzubringen, dieses Verbot auch wirksam durchzusetzen und den Markt zu verhindern. Statt den Handel im Inland zu verhindern, verdonnert er die Entwicklungsländer zur Bekämpfung des Coca-Anbaus, obwohl dieser dort schon lange vor der Entdeckung des Kokains betrieben wurde.
3. Akt: Wo es zahlungskräftige Kunden gibt, gibt es Anbieter. Wird ein lukrativer Wirtschaftszweig verboten, entsteht daraus eine organisierte Kriminalität. Der illegale Anbau, die Herstellung und der Handel des Kokains wird in Banden organisiert.
4. Akt: Drogenkrieg. Organisierte Kriminalität muss der Staat erst recht bekämpfen. Es wird auf allen Seiten aufgerüstet. Killer werden auf jeden angesetzt, der das Geschäft bedrohen könnte. Durch den Krieg wird die wirtschaftliche Misere grösser und dadurch auch die Abhängigkeit von Erträgen vom Drogengeschäft. Man hungert, oder man wir Teil der Mafia. In Mexiko forderte der Drogenkrieg dieses Jahr wohl bereits 5000 Todesopfer, in der Stadt Ciudad Juárez 1700.
5. Akt: Muss noch geschrieben werden. Happy End ist nicht in Sicht.
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